PoPs & Provider¶
Provider und Points of Presence (PoPs) bilden die physische/logische Infrastruktur-Landkarte in Polycrate ab. Sie beantworten die Fragen:
- Wer betreibt eine Ressource? → Provider
- Wo läuft eine Ressource? → PoP
Beide Modelle werden auf Plattform-Ebene gepflegt und sind für alle Organisationen sichtbar.
Provider¶
Ein Provider ist ein Katalog-Eintrag für ein Unternehmen, das Infrastruktur, Hardware oder Software liefert — z. B. Hetzner, AWS, OVH, Cisco, VMware. Provider sind keine Zugangsdaten und auch nicht pro Workspace definiert; sie sind eine stabile, systemweite Referenz.
| Feld | Zweck |
|---|---|
name / display_name | Anzeige-Name in der UI |
kind | infrastructure, hardware, software |
logo | Logo für Listen und Detailviews |
ccm_block / csi_block | Optionaler Hinweis, welcher Polycrate-Block als Cloud-Controller-Manager bzw. CSI-Treiber zu diesem Provider passt |
website / status_page_url | Verlinkung auf externe Ressourcen |
Wofür Provider?
- Konsistente Zuordnung — eine PoP in "Hetzner FSN1" zeigt denselben Provider-Eintrag wie eine andere PoP in "Hetzner NBG1".
- Status-Integration — ein Provider kann mit einer DataSource verknüpft werden, die seine Statusseite als RSS-Feed importiert. Daraus entstehen automatisch Notes mit
kind=provider-status. - Block-Empfehlung — wenn auf einem Cluster bei einem Provider ein CCM oder CSI-Treiber installiert werden soll, schlägt Polycrate anhand der
ccm_block/csi_block-Felder einen passenden Block vor.
Nicht verwechseln mit Credentials
Ein Provider beschreibt wer, nicht wie man sich einloggt. Zugangsdaten laufen über separate Credentials (z. B. API-Tokens für Hetzner Cloud). Eine Credential kann auf einen Provider zeigen — muss aber nicht.
PoP (Point of Presence)¶
Ein PoP ist ein konkreter Standort: ein Rechenzentrum, eine Cloud-Region, ein Edge-Node. PoPs sind die Grundlage für Workspace-Platzierung, Latenzmessungen und Wartungsplanung.
| Feld | Zweck |
|---|---|
name / display_name | z. B. hetzner-fsn1, "Hetzner Falkenstein 1" |
kind | datacenter, region, edge |
provider_entity | FK auf Provider — muss gesetzt sein |
city, country, latitude, longitude | Geo-Koordinaten für Karte und Routing |
endpoint_monitor | Optional: ein Endpoint, der den PoP von außen prüft |
Was ein PoP ermöglicht¶
- Workspace-Platzierung
- Ein Workspace kann einen bevorzugten PoP bekommen. Neue Ressourcen (K8s-Cluster, LoadBalancer, S3-Buckets) werden bei Neuanlagen vorgeschlagen, in diesem PoP zu liegen.
- PoP-zu-PoP-Latenz
- Wenn zwei PoPs Endpoint-Monitoring aktiv haben, erzeugt Polycrate die Metrik
polycrate_latency_pop_to_pop_secondsmit Labelssource_pop/target_pop. So entsteht eine Matrix aller Latenzen zwischen Präsenzen — hilfreich für Routing-Entscheidungen und Troubleshooting. - Wartungs-Scope
- Eine Wartung kann auf einen PoP beschränkt werden. Alle Ressourcen in diesem PoP erscheinen damit automatisch im Wartungs-Scope, ohne dass sie einzeln ausgewählt werden müssen.
- Karten-Darstellung
- Das Dashboard zeigt alle PoPs als Pins auf einer Weltkarte, gefärbt nach aktuellem State (OK / WARNING / CRITICAL).
Beziehungen¶
┌──────────┐ ┌──────┐ ┌─────────────┐
│ Provider │◀──────│ PoP │◀──────│ Workspace │
└──────────┘ └──────┘ └─────────────┘
▲ ▲ ▲
│ optional FK │ optional FK │
│ │ │
┌──────────────┐ ┌──────────┐ ┌──────────────┐
│ DataSource │ │ Wartung │ │ K8s/S3/LB/… │
│ (status-feed)│ │ (scope) │ │ Ressourcen │
└──────────────┘ └──────────┘ └──────────────┘
- Jede PoP hat genau einen Provider.
- Ein Provider kann viele PoPs haben.
- DataSources können auf einen Provider zeigen (für Status-Feeds).
- Wartungen können auf einen PoP zeigen (um ihren Scope zu beschränken).
- Infrastruktur-Ressourcen (Cluster, LoadBalancer, S3, …) können optional eine PoP-Zuordnung tragen, um Geo-Kontext und Latenzen abzubilden.
Typischer Workflow¶
- Provider anlegen — z. B. "Hetzner Cloud" als
kind=infrastructure, mit Logo und Status-URL. - Status-DataSource (optional) — RSS-Feed der Hetzner-Statusseite als DataSource anlegen und mit dem Provider verknüpfen. Fortan landen Hetzner-Incidents automatisch als Notes im System.
- PoPs anlegen — für jede Hetzner-Region (FSN1, NBG1, HEL1) je einen PoP mit Geo-Koordinaten.
- Endpoint-Monitor pro PoP (optional, aber empfohlen) — erlaubt Latenz-Messungen und sichtbaren Gesundheitszustand auf der Karte.
- Workspaces & Ressourcen — Workspaces/Ressourcen auf passende PoPs zeigen lassen, damit Dashboards, Wartungen und Latenz-Metriken korrekt gruppieren.
RBAC & Sichtbarkeit¶
Anlegen und Bearbeiten von Providern und PoPs ist Superuser-only, weil sie systemweit gelten. Alle authentifizierten Benutzer sehen die Einträge in Listen und Detailviews — die Information ist nicht sensitiv.
Verwandte Themen¶
- DataSources — Status-Feeds pro Provider.
- Endpoint-Monitoring — Grundlage für PoP-Gesundheit und Latenz.
- Wartungen — wie PoPs als Wartungs-Scope genutzt werden.
- Metriken — welche Metriken aus PoPs entstehen.